Wir haben für unsere Lieder den Überbegriff »Medievil Songs« gewählt – denn wenn es auch Ausrutscher gibt, Lieder, die sentimental oder einfach nur niedlich sind – ist unser Repertoire doch im Durchschnitt eher makaber bis böse. Wenn unseren Zuhörern am Ende das
Lachen im Halse stecken bleibt, haben wir unser Ziel erreicht. Trotzdem überwiegen doch die fröhlichen Gesichter – und wenn man es genau nimmt, sind unsere Lieder hochmoralisch: Die Dummen und Gierigen werden bestraft, nur die wahrhaft hohen Bösen, jene Schurken, die ausgefeilte, intelligente Pläne machen, dürfen triumphieren.
Ohne dass eine Absprache nötig gewesen wäre, haben wir die Art der Lieder unter uns aufgeteilt: Thesilée schreibt erzählende Balladen (die bis zu acht Strophen lang sein dürfen, und auch nur, wenn sie einen Refrain zum Mitsingen haben); Silvas Lieder sind Momentaufnahmen, hinter denen zwar ebenso komplexe Geschichten stecken können, deren Schwerpunkt jedoch mehr auf den Gefühlen der Figuren liegt.
Sogenannter Media Filk (Lieder zu Filmen, Fernsehserien etc.) fehlt bei uns nahezu völlig – einige Texte wurden von Rollenspielcharakteren inspiriert oder den Fantasybüchern, die wir selbst schreiben (nach dem Motto: Irgend jemand muss sie schließlich verfilken). Gelegentlich soll es auch zu Fällen von Parodien gekommen sein …
Wir wollen die Welt mit unseren Liedern werder böser noch besser machen. Aber wir wollen Spaß an ihr haben können. Und damit das möglich ist, muß die Welt einige Kriterien erfüllen. Es gibt tatsächlich ein paar Lieder, die eine politische Aussage haben, die in unseren Zuhörern etwas bewegen wollen – Lieder mit Message, die man eigentlich nicht im entferntesten als Filk bezeichnen kann. Silvas Lament of a Mother ist ein solches Lied, oder Thesilées Paranoia.
In diesem Liederarchiv finden sich deutsch- und englischsprachige Titel bunt durcheinandergewürfelt. Insgesamt überwiegen die englischen Texte, weil sich diese international besser verkaufen – es gibt weitaus mehr Deutsche, die Englisch verstehen, als des Deutschen mächtige Anglophone. Darum findet sich auf unserem ersten Album Garden of the Lost auch nur ein einziges deutsches Lied, und auch das nur als Bonustrack, und auch nur, weil es uns nicht gelungen war, es rechtzeitig ins Englische zu übertragen (auf späteren Alben werden aber mehr deutschsprachige Lieder zu finden sein). Von einigen Titeln existieren auch Versionen in beiden Sprachen, diese sind dann zum einfacheren Vergleichen untereinander verlinkt.
Wir haben hier nur Stücke aufgeführt, die wir auch zusammen gespielt haben, denn eine vollständige Liederbibliothek würde jeden Rahmen sprengen und alle Übersichtlichkeit fahren lassen. Viele von Thesilées Solostücken finden sich auf ihrer Solo-Webseite Thesilee.de
Natürlich fehlen die Melodien – bis auf jene Titel, die auf der CD sind: Da gibt es MP3-Klangproben. Bei manchen Stücken sind auch PDFs mit Akkorden zum Download dabei. Ansonsten steht jedem frei, für ein Lied, dessen Text ihm gefällt, eine neue Melodie zu schreiben. Schließlich haben wir die Absicht, ins Volksgut einzugehen. Und ein wenig melodientechnische Vielfalt schadet uns auch nicht – wie Thesilées Mutter so schön sagte: »Covert doch auch mal ein paar andere Stücke! Eure klingen ja alle gleich.« Wir stellen das einfach so dahin und hüllen uns ansonsten in Schweigen …
Gibt es sonst noch etwas zu den Lieder zu sagen? Oh ja: Viel Vergnügen. Und: Nicht böse werden. Allerhöchstens
mittelböse. Und: Lernt die Refrains auswendig! Sie sind zum Mitsingen da!

