
Melodien erfunden habe ich, seit ich denken kann… an einige aus der Grundschulzeit erinnere ich mich sogar noch gut. Aber zu dieser Zeit war das Geschichtenschreiben viel bedeutsamer für mich. Erst viele Jahr später habe ich angefangen, bewusst Musik zu machen.
Mit 13 wollte ich unbedingt eine eigene Band und Schlagzeugerin sein… was Melodien anging hielt ich mich für unbegabt… schon kurios. Das Ganze scheiterte dann am Schlagzeug – zu Hause durfte ich keines spielen… es ist halt ein bisschen laut. Mit 14 hatte ich dann das erste Mal die Gitarre einer Freundin in den Händen, war völlig hin und weg und versuchte mich begeistert in der Fingerakrobatik das G hinzukriegen… zu meinem 15. Geburtstag bekam ich dann meine erste eigene Gitarre zum Weiterüben.
Zwei Akkorde später gründete ich mit zwei Freundinnen die in unserem Freundeskreis bald ziemlich berüchtigte Band Vögeln im Atomkraftwerk. Wir haben viel rumgeblödelt und alle möglichen Musikrichtungen auf die Schippe genommen. Wir waren sogar Filker … ohne es zu wissen! Wir haben öfter zusammen Hero Quest gespielt… haha… die eine als Barbanna, der Barbar, die andere als der Magier Sunshine… und ich als das Böse… und da wurde dann ein Lied draus.
Irgendwann haben wir leider angefangen, uns selbst zu ernst zu nehmen – und so ging es einfach nicht bei der Musik, die wir gemacht haben… Dann… 96… lernte ich auf einer Geburtstagsparty eine andere Songwriterin kennen – weil wir beide nicht tanzen wollten – und so kamen wir ins Gespräch und darauf, dass wir beide Lieder schreiben… vorzugsweise traurige und solche über Gefühle.
Von da an haben wir uns dann getroffen und zusammen die Band Femme Fatale ins Leben gerufen. Zwischendurch hatten wir sogar eine Schlagzeugerin dabei. Wir sind öfter in kleineren Kreisen oder bei Veranstaltungen ihrer Musikschule aufgetreten…aber dann, als wir uns ernsthaft ein Label suchen wollten, kam alles anders…wir hatten einfach zu unterschiedliche Ziele. So trennten sich – nach über drei Jahren – unsere Wege.
Zu dieser Zeit kannten Thesilée und ich uns schon… wir haben zusammen mit ihrem Freund hin und wieder kleine Autorentreffen gemacht. Wir wussten zwar voneinander, dass wir Lieder schreiben… aber auf die Idee, gemeinsam ein Projekt zu machen sind wir erst auf der Filkcon 2000 gekommen. Heute haben wir einen Namen (Lord Landless) und viele gemeinsam arrangierte und zum Teil auch zusammen geschriebene Lieder.
Und wenn Silva gerade keine Musik macht?
Ich bin einer der Menschen, die ständig von Inspirationspartikeln erwischt werden – wie es Terry Pratchett sehr zutreffend beschreibt. Ich könnte mich im Grunde den lieben langen Tag mit den schönen Künsten beschäftigen – denn neben der Musik schreibe ich Geschichten, zur Zeit an C.Lown’s allererstes Happy End. Dahinter verbirgt sich eine konfuse Zirkus-Liebesgeschichte in der u. a. ein ständig verwirrter Schriftsteller, ein sprechendes Auto, Antagonisten mit Drahtheiligenscheinen und Pappflügeln sowie eine waschechte dunkle Herrscherin und ihr Böses Ende eine Rolle spielen. Als wäre das nicht schon genug, male ich auch noch – bzw. illustriere vor allem die Schattenherz-Chroniken von La Maga – die ich sehr empfehlen kann – und die auch in den Weiten des Internets zu finden sind.
Wie bisher kaum aufgefallen sein dürfte, lese ich leidenschaftlich gerne, vor allem Fantasy. Mittlerweile sammle ich sogar Bücher – aus purer Verzweiflung, nachdem meine Stamm-Bücherei zu meinem unsäglichen Entsetzen die Xanth-Reihe weggegeben hat…denn es gibt Bücher, die will ich immer wieder lesen. Dazu zählt auch Elfquest… das mir schon über den Weg lief, bevor ich von Rollenspiel und Filk auch nur ahnte.
Ich habe aber nicht nur einen Blick für andere Welten übrig – sondern auch für die Schönheit der unsrigen – auch wenn man zuweilen Gefahr läuft, diese inmitten von Alltagsstress und dem Grau der Städte zu vergessen. Ich liebe natürliche Landschaften, besonders Wälder, Küstenregionen, das Meer…und die Tiere, die dort leben. So arbeite ich ehrenamtlich als Umweltpädagogin und leiste meinen Beitrag dazu, Menschen auf die Idee zu bringen, dass es keine gute Idee ist mit zu großer Begeisterung am natürlichen Gleichgewicht zu wackeln.
Auch…Musik ist nicht nur von Interesse für mich, wenn ich selber singen darf. Die Musik die ich höre reicht von internationalem Folk bis über Independence hin zu Gothic und Dark Wave, wenn ich mich einmal vorsichtig an Kategorien bediene. Ich habe eine besondere Schwäche für Klänge in Moll und todtraurige Lieder. Kurioserweise machen sie mich glücklich…während mir quietschfröhliche Gesänge die Laune verderben. Irgendwas müssen meine Ohren da was falsch verstanden haben… Aber so wild ist das in Wirklichkeit gar nicht. Zuweilen mag ich auch lustige Lieder, aber die Fröhlichkeit sollte echt und nicht nur aufgesetzt sein – der enthaltene Humor stilvoll.
Silvas Instrumente
Stimme (1980)
Ja, ich wurde damit geboren. Aber ich habe nicht immer so gesungen, ganz und gar nicht. Die Beweise habe ich auf Kassetten aus V.i.A.-Zeiten.
Sie ist ein launisches Instrument und neigt seit einiger Zeit zur Heiserkeit vor Auftritten. Hoffentlich gewöhnt sie sich das wieder ab.
Die E-Gitarre (1995)
Das ist auch ihr Name. Ziemlich phantasielos, nich?
Das heißt aber nicht, dass ich sie nicht mag!
Sie ist von recht unscheinbarem Äußeren, weiß mit seltsamen blauen Kratzern, deren Herkunft ich nie ergründen konnte…in der Fenderform, aber von »Celebrity«, made im fernen Osten. Ihr Klang ist so ganz anders als der ihrer akkustischen Namensschwestern und ich mag auch das … liegen meine musikalischen Liederschreib-Wurzeln doch tatsächlich beim Punk … und überhaupt der härteren Richtung.
Ich bekam sie vom Schlagzeuger meines damaligen Freundes … dieser hat mir dann einen Verstärker dazugeschenkt … echt lieb … aber er war ja auch Bassist und konnte mit einem Git-Verstärker nicht viel tun.
Ich experimentiere gern … und wenn ich mal reich bin, kaufe ich mir ein Effektgerät dazu…
Federschwinge (2002)
Die 12-saitige Riesengitarre.
Ich erreiche geradezu niedliche Ausmaße neben ihr. (Wobei böse Zungen behaupten, das täte ich auch so.)
Sie hat einen silbrigen, wunderschönen Klang und ich übe gerade noch, lauter zu singen als sie. Und dann muss ich wieder lernen mit einem Plec zu zupfen, *seufz*.
Mairi (1998)
Mein Zweitinstrument. Eine wunderschöne spanische Konzertgitarre.
Kurioserweise hat jemand namens »Esteban« sie gebaut.
Sie ist ein weitgereistes Wesen; begleitet mich fast überall hin. Ich hatte sie in Amerika mit und auf den Malediven … und bald geht es dann nach Neuseeland … haha.
Zu ihrem schottischen Namen, kam sie durch Judith (ihr verdankt ihr Lament of a mother, sie schrieb den deutschen Originaltext …). Ihr Dudelsack heißt »Donald«.Und da fragte ich sie eben, wie sie meine Gitarre nennen würde …
Mona (1995)
(Ja, ich gebe ihnen Namen…)
Meine erste Gitarre … ein kleines, niedliches Etwas. Wandergitarre eben.
Bevor ich sie bekam stand sie jahrelang auf einem Speicher herum … und das hat ihr leider nicht gut getan. Sie klingt ein wenig erkältet.
Leider steht sie nun wieder … selten gespielt … in meiner Gitarrenecke. Ich hänge aber sehr an ihr.
Die Schamanentrommel(2001)
Sie hat einen Namen … den ich allerdings wieder vergessen habe. Die Südinder unter euch haben jetzt Vorteile…sie heißt Trommel auf Malealam (richtig geschrieben?). Ich muss Zimi noch mal fragen …
Diese Trommel ist sehr eigen. Das einzige Lied, zu dem sie spielbar ist, ist das Pestlied.
Aber zusammen mit afrikanischen Trommeln, trommelt sie sich gut … und ich kann mich mit ihr wunderbar in Trance versetzen …
Wozu brauchen Menschen da eigentlich noch andere Drogen, wo es doch Musik gibt …?
Das Spielzeug (ueber alle Zeiten hinweg…)
Schellenkranz, Glöckchen, Rasseln, andere Schellendinger, Keksdosen, Klanghölzer … alles womit man Krach machen kann,
aber nur in vornehmer Zurückhaltung sollte, wenn man sich keine Feinde machen will …

